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Gastbeitrag: Die Klammer

23.01.2016

Nicht die alternde und zweifelhaft beschäftigte Bürokomparsin ist gemeint, die im Grunde außer Rumstehen und Tratsch-Verbreiten nix kann, und sich somit an Büro und überstrapazierter Anstellung klammert.

 

Sondern die, die jeden Tag ihr Bestes gibt, niemals müde wird, nie meckert, alles für sich behält und keinen anschwärzt.

 

Gibt es eine treuere Begleiterin als die oft unterschätzte Büroklammer?

 

Der PC fährt auf einmal herunter? – die Büroklammer liegt auf Deinem Tisch.

Die Telefonleitung ist blockiert? – die Klammer ist offen für Neues.

Die neue Kollegin ist abweisend zu Dir? - Klammi wartet nur darauf, von Dir angefasst zu werden.

Der Chef schreit herum? - Die Büroklammer umarmt alles von Dir Gegebene.

 

Keiner im Büro ist Dir treuer!

Praktisch, hilfreich, mitfühlend, immer da, wenn man sie braucht. Nicht bloß im Büroalltag, auch Zuhause. 

 

Der wahrgewordene Zusammenhalt mit dem optionalen Freiraum, den sich jede Beziehung wünscht.

Warum wird also dieses schlichte Inventar der Bürokultur so wenig gewürdigt? Weil es klein ist? Weil es kupfern ist? Oder weil es schlicht und einfach »einfach« ist?

 

Dabei wird immer wieder gepriesen, dass einfach = gut ist.

Einfache Hausarbeit = gut

Einfach mal einen fahren lassen = gut

Einfach mal die Alte machen lassen = gut

Einfach nicht über morgen nachdenken (und weitersaufen) = supergut

Einfach mal Gott einen lieben Mann sein lassen = Gott, ist das gut!

Gott ist gut, die Büroklammer ist gut = die Büroklammer ist Gott

 

Lobpreiset die Büroklammer, wo ihr sie nur trefft! Ohne sie hätte unser Universum keinen Zusammenhalt. Sie ist alles und zugleich nichts, wenn wir sie nicht gebrauchen. So wie die Liebe.

 

Zweifelt nicht! 

LMS

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