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 Eilmeldung: Uli Hoeness nach einem Tag in Freiheit

bereits wieder verhaftet

 

Die Entlassung kam offenbar zu früh...

 

01.03.2016

 

München (ppa) - Der ehemalige Manager des FC Bayern sitzt nur einen Tag nach seiner Entlassung wieder in einer Gefängniszelle. 

Dies gab am späten Abend die Generalstaatsanwaltschaft München in einer Pressekonferenz bekannt. 

Oberstaatsanwalt Alois Meyer schilderte die dramatischen Ereignisse des Tages: 

"Herr Hoeneß hat am Morgen in München die JVA Landsberg unter Auflagen als freier Mann verlassen. Bei seinem Bewährungshelfer meldete er sich jedoch nicht. Stattdessen entledigte der Entlassene sich eigenmächtig seiner Fussballfessel und flüchtete in seinem Audi über die Autobahn Richtung Dortmund. Als Herr Hoeneß dort am späten Nachmittag eintraf, schraubte er mit Spezialwerkzeug das Lenkrad seines Fahrzeug ab und versteckte es unter seiner Jacke, offenbar aus Angst, man wolle sein Fahrzeug stehlen."

Rechtsexperten werten allein diese Straftat als schweren Fall von Steuerhinterziehung, was Hoeneß als Wiederholungstäter eine mehrjährige Haftstrafe einbringen dürfte.

 

"Danach stürmte Herr Hoeneß mit zerzaustem Haar die Geschäftsstelle von Borussia Dortmund, er bestand darauf, mit Hans-Joachim Watzke zu sprechen. Dieser gewährte Hoeneß Einlass, worauf die Situation zusehends eskalierte."

 

Hoeneß habe geschrien, das sei sein Verein, er werde ab sofort wieder die Geschäfte übernehmen. Er setzte sich an Watzkes Schreibtisch und begann, Papiere zu studieren und Bilanzen zu lesen. Der Geschäftsführer vom BVB ließ den sichtlich verwirrten Hoeneß gewähren, rief aber zeitgleich die Polizei. 

Diese führte Hoeneß ab und brachte ihn zurück in die JVA Landsberg. 

Ist und bleibt kein Kavaliersdelikt: Steuerhinterziehung
Ist und bleibt kein Kavaliersdelikt: Steuerhinterziehung
Für Rechtsexperte Wim Preiss ist das Verhalten von Hoeneß wenig überraschend.
"Straftäter, die so lange Zeit im Gefängnis sitzen, finden sich draußen meist nicht gut zurecht. Die Welt hat sich verändert, während man hinter Gitter saß. Da ist Hoeneß kein Einzelfall." 

 

Prozessbeginn ist für Hoeneß ausgerechnet der 15. Mai: der Tag, an dem seinem Verein wohl die Meisterschale überreicht wird. Der Möchtegern-Dortmund-Manager wird es aus dem Gerichtssaal heraus verfolgen müssen. 

 

Der FC Bayern München war am späten Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

SG; Foto oben: Harald Bischoff CC BY SA 3.0, Foto rechts: Ljubco Smokovski Shutterstock

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